Frank Höfle erweitert seine Medaillensammlung Platz drei über Langstrecke bei WM in Vuokatti / Zweiter deutscher Starter Jörg Baldauf guter Siebter
(asa). Der zweite Wettkampftag bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften der Behinderten in Vuokatti brachte auch das zweite Edelmetall für die deutsche Mannschaft. Nach Silber in der Biathlon-Verfolgung durch Josef Giesen (Herzlake) sicherte sich der Routinier Frank Höfle mit Begleitläufer Johannes Wachlin Bronze des Langstreckenrennens im klassischen Stil. In der stehenden Männerklasse wurde der ebenfalls für den WSV Isny startende Jörg Baldauf guter Siebter.
Über die 20 Kilometer-Strecke übernahm in der Sehbehinderten/Blindenklasse der Männer der wieder von seinem Bruder Robin geführte Favorit Brian McKeever von der ersten Zwischenzeit weg die Führung. Obwohl anfangs des Winters von einer Verletzung geplagt, ließ der auch schon bei den nichtbehinderten Skilangläufern im Weltcup gestartete Kanadier keinen Zweifel an seinem Erfolg aufkommen. Mit der Startnummer 37 unmittelbar vor Frank Höfle gestartet, brannte der "McKeever"-Express" auch in der eigentlich ungeliebten klassischen Technik in 52:35,8 min eine Endzeit in den Schnee, die der Konkurrenz einmal mehr keine Chance ließ.
Nur wenige Minuten konnte daher der bis dahin mit 53:29,2 min führende Russen Nikolay Polukhin auf eine Überraschung hoffen, der letztlich aber sicherer Silbermedaillengewinner wurde. Enger wurde es im Kampf um den untersten Platz auf dem Siegertreppchen zwischen Frank Höfle und dem Biathlon-Verfolgungsweltmeister Evgeniy Safranov. Ihren von der ersten Zwischenzeit heraus gelaufenen Vorsprung von rund 30 Sekunden brachten Höfle/Wachlin (55:12,1 min) aber problemlos ins Ziel. Für Safronov blieb in 55:39,8 min Platz vier. "Das erste Ziel bei der Weltmeisterschaft ist erreicht", freute sich der erfolgreichste deutsche nordische Behinderten-Skiläufer Höfle über einen weiteren Erfolg in seiner über 20-jährigen Karriere.
Mit einem überraschenden siebten Platz im Rennen der stehenden Männerklasse beendete bei Temperaturen um minus vier Grad Jörg Baldauf die Herausforderung auf der 20 Kilometer-Strecke. Der erst kurzfristig für die WM nominierte Läufer aus Isny lief ein couragiertes und kontrolliertes Rennen und hatte immer sogar Platz sechs in Reichweite.
Der Russe Alfis Makamedinov konnte in dem vom finnischen Klassikspezialisten Ilkka Tuomisto (56:20,8 min) gewonnenen Rennen aber seinen Vorsprung halten und hielt mit seiner Zeit von 58:02,6 min Baldauf (58:13,5) auf Distanz, Der hatte am Ende noch Mühe, den stark aufkommenden Norweger Vegard Dahle (58:14,6) auf Rang acht zu verweisen.
Jörg Baldauf darf nach dieser Platzierung wieder darauf hoffen, in den Leistungskader aufgenommen zu werden.
Nach einem Ruhetag werden die Weltmeisterschaften am Mittwoch mit den Staffelrennen fortgesetzt. Die deutsche Mannschaft wird dabei voraussichtlich mit Schlittenfahrer Martin Fleig, Klassikläufer Thomas Oelsner und Frank Höfle als Schlussläufer im freien Stil antreten.
Favorisiert sind in allen Klassen die Staffeln der bislang dominierenden russischen Läuferinnen und Läufer, die an den beiden ersten Wettkampftagen schon insgesamt 18 Medaillen sammelten.
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