Weltcup in Ruka - Friedrich Moch

Kategorie: Langlauf
am 27.11.2020
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Live Übertragungen:

Das Programm des Weltcup-Auftakts in Kuusamo-Ruka

Fr.: Sprint klassisch Frauen und Männer (Qualifikation 10 Uhr, Finals von 12.30 Uhr an)

Sa.: 10 Kilometer klassisch Frauen (9.40 Uhr), 15 Kilometer klassisch Männer (12.45 Uhr)

So.: 10 Kilometer Verfolgung freier Stil Frauen (11.50 Uhr), 15 Kilometer Verfolgung freier Stil Männer (12.50 Uhr)

Im Fernsehen übertragen Eurosport live sowie das ZDF teilweise live, teilweise in Zusammenfassungen.

 

Für Friedrich Moch vom WSV Isny bietet sich gleich zum Saisonbeginn die Gelegenheit, sich mit den weltbesten Langläufern zu messen. Von Bundestrainer Peter Schlickenrieder wurde der 20-Jährige für den Weltcup-Auftakt im finnischen Ruka nominiert. Zwei Testrennen liefen für Moch schon mal sehr gut.
Manchmal werden von einem Leistungssportler auch etwas abseitige Fähigkeiten verlangt - etwa schnell seinen Koffer zu packen. In dieser Disziplin musste sich Friedrich Moch vor knapp zwei Wochen beweisen, als bei ihm in Isny das Telefon klingelte. Langlauf-Bundestrainer Peter Schlickenrieder war dran und teilte Moch mit, dass er ihn mit nach Finnland nehmen wolle, wo vom 27. bis 29. November der Weltcupauftakt stattfinden wird.
Weil im A-Kader zwei Läufer ausfielen, geriet Moch in Schlickenrieders Blickfeld. Dass es so weit kam, hat sich Moch nicht zuletzt in der vergangenen Saison erarbeitet. Er wurde deutscher Meister, holte zwei Silbermedaillen bei der Junioren-WM und debütierte in Oberstdorf mit guter Leistung im Weltcup. So etwas kann bei einem Bundestrainer schon mal positiv im Gedächtnis bleiben. Blieb es auch. Moch, inzwischen festes Mitglied im B-Kader, sollte Mitte Dezember in Davos seinen nächsten Weltcup-Einsatz bekommen. Nun darf er schon zwei Wochen früher bei den Besten anklopfen. „Das ist eine richtig gute Gelegenheit", war Mochs erste Reaktion.
Als das Gespräch mit Schlickenrieder beendet war, packte der Isnyer schnell seine Sachen im Allgäu zusammen und machte sich zügig auf den Weg. Um 3 Uhr nachts setzte er sich ins Auto zum Flughafen - 16 Stunden später kam er in Kuusamo-Ruka im Norden Finnlands an. „Das war alles ein bisschen stressig", gibt Moch zu. Doch der Aufwand soll sich lohnen. Zwei Wochen hatte er danach Zeit, um sich zu akklimatisieren und auf das Rennwochenende vorzubereiten. „Gute Bedingungen" seien es, sagt Moch über seine Eindrücke, die er zweimal am Tag auf der Loipe sammelt. Das deutsche Team ist in zwei Hütten untergebracht, drumherum kommt lange nichts.
Nach einem obligatorischen Corona-Test durften Moch und seine Mannschaftskollegen loslegen. Spannung aufbauen ist angesagt. Und auch wenn Moch keinen Druck verspüren müsste, so ist es nicht ganz von der Hand zu weisen, dass es für ihn um viel geht. Denn jetzt kann er sich richtig zeigen. Vor allem, weil es ja ein WM-Winter ist und die Titelkämpfe im Februar in Oberstdorf stattfinden - auf den Loipen, die der junge Mann vom dort stationierten Zoll-Skiteam in- und auswendig kennt.
Bei den zwei Testrennen in Ruka hat Moch überzeugt. Über 10 Kilometer klassisch war er als Achter bester deutscher Teilnehmer, über 15 Kilometer in der Skating-Technik reichte es zu einem ebenfalls respektablen 13. Rang. „Es ist wieder sehr gut gelaufen, und ich denke, dass ich gut in Form fürs kommende Wochenende bin", sagte Moch nach dem zweiten Test am vergangenen Sonntag.
Richtig ernst wird es am Freitag, wenn mit einem Sprint das erste von drei Weltcup-Rennen stattfindet. Am Samstag schließt sich ein Einzelrennen an, am Sonntag bildet eine Verfolgung den Abschluss. Zusammengenommen werden die drei Einsätze als Minitour - „Nordic Opening" genannt - gewertet. Unabhängig von den Ergebnissen soll es für Friedrich Moch von Finnland aus in die Heimat gehen, weil die für Lillehammer geplante zweite Weltcup-Etappe abgesagt worden ist. Wenn er in Isny angekommen ist, darf er aber eigentlich fast schon wieder ans Kofferpacken denken. Denn Mitte Dezember geht es nach Davos - und damit zur zweiten Gelegenheit innerhalb kürzester Zeit, bei den weltbesten Langläufern anzuklopfen.

-Bericht Michael Panzram-

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